Mobilitätskonzept greift Anliegen der Bürger auf

Das Mobilitätskonzept für den Landkreis nimmt weiter Fahrt auf. Auf Basis der Bürgerumfrage sind mittlerweile zwölf Sektoren für einen Rufbus ausgewiesen. Auf dem Wunschzettel ist eine Linie vermerkt, mit der Abendveranstaltungen erreichbar sind.

Zum Bürgerforum mit Vorstellung der Ergebnisse zum Mobilitätskonzept für den Landkreis Schwandorf hieß Bürgermeister Martin Birner eine überschaubare Zahl an Zuhörern im Gasthof Sporrer willkommen. Der Referent des Abends, Verkehrsplaner Dr. Thomas Huber von DB Regio Bus Bayern, zeigte zunächst die 67 Buslinien auf, mit denen der Landkreis in den Hauptknoten Neunburg, Oberviechtach, Schwandorf, Nabburg und Burglengenfeld gut erschlossen sei.

Mit Rufbus flexibler

Allerdings gebe es räumliche Erschließungsdefizite durch die über weiten Raum verteilte Bevölkerung sowie zeitliche Defizite, da die Linien stark am Schülerverkehr orientiert seien. Das Mobilitätskonzept wolle zusätzliche Angebote für Arztbesuche, Arbeitsantritt, Einkaufen und Freizeitgestaltung erarbeiten. Dies erfordere flexible Bedienformen wie Rufbusse, deren bedarfsorientiertes Angebot mit größerer zeitlicher und räumlicher Erschließung von Vorteil sei, ebenso bei der Schonung der Umwelt und der Kosteneffizienz. Allerdings sei die Voranmeldung über Telefon oder Internet bis spätestens 60 Minuten vor Fahrtbeginn nötig.

Zur Erstellung eines nutzerorientierten Verkehrsangebots wurden 5.874 Fragebögen im Landkreis verschickt , von denen acht Prozent zurückgesandt wurden [sic! – Anmerkung Regionalmanagement: der Fragebogen wurde an alle Haushalte im Landkreis Schwandorf verschickt, davon wurden 5.874 zurückgesandt, was 8% entspricht]. Auf dieser Basis wurden zwölf Sektoren erarbeitet, die am Bedarf der Nutzer ausgerichtet sind. So gibt es einen Sektor zwischen Neunburg, Dieterskirchen, Thanstein, Winklarn, Oberviechtach oder einen weiteren Abschnitt zwischen Neunburg, Bodenwöhr, Wackersdorf und Schwandorf. Wenn nun ein potenzieller Fahrgast anrufe, der beispielsweise von Neunburg nach Oberviechtach wolle, so würden nicht alle Haltestellen auf der Strecke angefahren, sondern es werde der direkte Weg gewählt.

Schlecht nach Nabburg

Die wenigen, aber sehr engagierten Zuhörer äußerten festgestellte Probleme mit den öffentlichen Linien und brachten gute Vorschläge vor. So würden häufig die Anschlussfahrten verschiedener Linien nicht klappen. Als großes Defizit wurde die fehlende Anbindung nach Nabburg angesprochen, die besonders für Berufsschüler wichtig wäre. Als problematisch zeigte sich der Umstand, dass am Abend keine öffentlichen Verkehrsmittel nach Neunburg fahren.

Angesprochen wurde auch eine Verbindung zu Veranstaltungen, die in der Schwarzachtalhalle stattfinden, und anschließend auch wieder zurückfährt. Mit Car-Sharing und Mitfahrgelegenheiten, die im Internet angeboten werden, wurden auch alternative Beförderungsmöglichkeiten zur Diskussion gestellt.

Man war sich einig, dass eine App für Fahrplanauskünfte eingerichtet werden müsse, mit der alle Verbindungen schnell und mühelos abrufbar seien. Dazu verwies Verena Frauenknecht vom Landratsamt auf die App „Wohin du willst“. Thomas Huber berichtete von der positiven Einrichtung des Ruftaxis „Baxi“ in Tirschenreuth mit monatlich 3000 Nutzern. Bürgermeister Martin Birner wies auf das Fifty-fifty-Taxi hin, das Jugendliche besonders bei Disco-Besuchen nutzen können. „Es braucht gutes Marketing, gute Konzepte und längere Vorlaufzeit, damit die Leute vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen“, war das Resümee des Abends. Die von Huber vorgestellten Konzepte werden im Kreistag behandelt.

(Quelle Text: Oberpfalz Medien – https://www.onetz.de/neunburg-vorm-wald/vermischtes/mobilitaets konzept-greift-anliegen-der-buerger-auf-wunsch-nach-mehr-anschluss-d1799156.html
// Bild: LRA SAD)

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